Restaurierung der Wappen in Schloss Hirschstein

Werden Sie Wappenpate!

Der Heimat- und Förderverein „Oberes Elbtal“ e.V. und die Gemeinde Hirschstein suchen Spender für die Restaurierung der drei Wappen im Treppenhauses von Schloss Hirschstein. Das barocke Treppenhaus muss saniert werden, wobei der Verein einen Großteil der Kosten trägt, doch die Mittel reichen nicht für die gesamte Maßnahme aus, deshalb werden Paten für die Restaurierung der drei historischen Wappensteine aus dem 17. und 18. Jahrhundert gesucht.

Werden Sie „Wappenpate“!  

Blick in das Treppenhaus mit den zu restaurierenden Wappen

Zur Geschichte des Schlosses Hirschstein und der Wappen

Schloss Hirschstein ist ein markantes Baudenkmal im Elbtal zwischen Meißen und Riesa. Im offenen „Auge“ des Treppenhauses befinden sich mehrere Wappen- und Inschriftensteine, die über die Baugeschichte des Schlosses berichten. Sie sind von anderen Orten an diese Stelle versetzt worden – gleichsam als Denkmal der Schlossgeschichte. Der unterste Inschriftenstein erinnert daran, dass Christoph von Felgenhauer, Kammerrat des Kurfürsten Johann Georgs I. von Sachsen, 1628 die Herrschaft Hirschstein erwarb und dass sein gleichnamiger Sohn, verheiratet mit Rosina von Seydewitz, 1637 den Überfall der Schweden erlebte, bei dem das Schloss niedergebrannt wurde.

 

Wappen im Treppenhaus von Schloss Hirschstein mit Inschrift

 

Die beiden darüber angebrachten Wappen sind wahrscheinlich älter als die Inschrift darunter und unabhängig von ihr entstanden. Die beiden Wappen erinnern an Christoph von Felgenhauer den Älteren (gest. 1639) und seine Ehefrau Magdalena (geb. Palmer), sodass von einer Entstehung beider Wappen um 1628 auszugehen ist. Die Familie von Felgenhauer lebte über vier Generationen auf Hirschstein. Unter ihrer Herrschaft ist das Schloss so gebaut und gestaltet worden, wie wir es heute kennen - darin erinnern Inschrift und Wappen. Christoph Heinrich von Felgenhauer musste den Besitz 1712 verkaufen.

 

 

Das Allianzwappen darüber erinnert an die nächste wichtige Besitzerfamilie. 1721 kaufte Johann Adolph von Loß das Rittergut Hirschstein. Er war königlich polnischer und kurfürstlich sächsischer Kabinettsminister und Geheimer Rat unter August dem Starken – und dazu mit einer der hübschesten Frauen am Dresdner Hof verheiratet, nämlich mit Erdmuthe Sophie von Dieskau. Der Wappenstein enthält die beiden Wappen von Loß und von Dieskau sowie die Jahreszahl 1721, die auf den Besitzerwerb hinweist. Das rechte Wappen ist deshalb von herausragendem Interesse, weil es sich auf die vorletzte offizielle Mätresse August des Starken bezieht. Ja, Sie lesen es richtig: Erdmuthe Sophie von Loß war, obwohl verheiratet, die Geliebte Augusts des Starken. Leider ist ihre Lebensgeschichte bisher nicht erforscht, auch in Hirschstein weiß man kaum etwas über sie.

 

Das große Allianzwappen, welches die Familien von Loß und von Dieskau vereint

 

1741 wurde die Familie von Loß auf Hirschstein in den Grafenstand erhoben. Die Familie von Loß ist ebenso wie die Familie von Felgenhauer in männlicher Linie erloschen. Eine Tochter des letzten Grafen von Loß, Auguste, heiratete Wilhelm Bogislav von Kleist, der 1823 den Familiennamen „Graf Kleist vom Loss“ annahm. Er und seine Nachfahren erbten das Schloss Hirschstein. Die obere Inschriftentafel nennt die Jahreszahl 1862, eingebettet in ein steinernes Schriftband. Das bezieht sich auf Bogislav Graf Kleist vom Loss, der offenbar in diesem Jahr das Treppenhaus umbauen ließ.

1892 endete die Ära der Grafen Kleist vom Loss, weil das Rittergut an einen reichen Fabrikanten verkauft wurde. Damit ging die adlige Besitzergeschichte zu Ende – nicht aber die spannende Geschichte von Schloss Hirschstein. Denn das Treppenhaus, das es zu restaurieren gilt, benutzte auch die belgische Königsfamilie, die hier 1944/45 unter Bewachung durch die SS interniert war.

Zum Zustand der Wappen

Die Wappen sind im Laufe der Jahrhunderte immer wieder mit Ölfarbe überstrichen worden. So ist ein dickes und unansehnliches Farbpaket entstanden. Mit der Restaurierung des Treppenhauses sollen die Farbschichten abgenommen und die ursprüngliche Fassung wiederhergestellt werden.

Wie können Sie helfen?

Um die Restaurierungsarbeiten ausführen zu können, sucht der Freundeskreis Schlösserland Sachsen e.V.  „Wappenpaten“. Wir haben vier Wappen, und wir suchen für jedes Wappen einen oder mehrere Paten. Pro Wappen werden 3.000 Euro benötigt. Jedes Wappen wird in zehn Patenanteile zu je 300 Euro geteilt. „Wappenpaten“ können entweder einen Anteil zu 300 Euro spenden – oder auch mehrere Anteile oder für das ganze Wappen spenden. Überweisen Sie Ihre Spende auf unser Spendenkonto unter dem Betreff  "Wappen für Schloss Hirschstein". Sie erhalten eine Bestätigungsmail und Anfang des Folgejahres eine Spendenbescheinigung:

Freundeskreis Schlösserland Sachsen e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE21 8502 0500 0003 6562 00
BIC: BFSWDE33DRE

Was erhalten Sie für die Spende?

Alle „Wappenpaten“ werden namentlich gewürdigt. Wer einen oder zwei Anteile übernimmt, erhält einen Namenseintrag im Spenderbuch. Wer mindestens drei Anteile übernimmt (oder gar ein ganzes Wappen) wird in der Nähe des Wappens mit einem Namenseintrag auf einer hochwertigen und dauerhaften Spendertafel verewigt. Aufgrund der Anordnung der Wappen im Erdgeschoss des Treppenhauses können Besucher nach der Restaurierung ungehindert an die Wappen und die Namenstafeln herantreten und die Namen der „Wappenpaten“ lesen.

Wenn Sie Interesse haben, für ein Wappen zu spenden oder eine Patenschaft verschenken möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit der Geschäftsstelle des Freundeskreises Schlösserland Sachsen auf - wir beraten Sie gern:

service@schloesserland-freundeskreis.de

Tel: 03521-4920797